’68 und die Folgen

Immer dann, wenn irgendwer erzählt, seit die ’68er „die Macht“ im Land übernommen hätten, breiteten sich alle möglichen Übel – von Pädophilie über genderndes Gutmenschentum bis hin zum Multikulturalismus – ungehemmt aus, muss ich insgeheim lachen. Welche ’68er denn? Es folgt eine kleine Auswahl von ’68ern – was sie heute so treiben:

Götz Aly (Historiker)

  • Damals: Mitglied der Roten Zellen
  • Heute: Bescheinigt in seinem Buch Unser Kampf dem Parteigenossen Kiesinger, die NS-Vergangenheit bestens aufgearbeitet zu haben

Gerhard Amendt (Soziologe)

  • Damals: SDS-Mitglied, studierte bei Horkheimer und Adorno
  • Heute: Männerrechtler, bezeichnet Frauenhäuser als „Hort des Männerhasses“

Stefan Aust (Journalist)

  • Damals: konkret-Redakteur
  • Heute: Kämpft gegen Stromerzeugung durch Windkraft

Tilman Fichter (Politikwissenschaftler)

  • Damals: Mitglied des SDS
  • Heute: Klüngelt mit der Jungen Freiheit

Jörg Friedrich (Historiker)

  • Damals: Trotzkist
  • Heute: Geschichtsrevisionist, der mit seinem Dresden-Buch Der Brand die deutsche Seele streichelt

Rainer Langhans (Spinner)

  • Damals: Mitglied der Kommune 1
  • Heute: „Spiritualität in Deutschland heißt Hitler. Und erst wenn du da ein Stück weiter bist, kannst du jenseits davon kommen, bis dahin aber mußt du das Erbe übernehmen. […] Wir müssen dieses Erbe von unseren Eltern übernehmen, […] im Sinne einer Weiterentwicklung dessen, was da von Hitler versucht wurde. Es bleibt uns keine Wahl, wir können uns noch so sehr dagegen sträuben.“

Horst Mahler (Nazi)

  • Damals: Mitglied des SDS, des Sozialistischen Anwaltskollektivs und der RAF
  • Heute: Holocaustleugner

Günter Maschke (Journalist)

  • Damals: Mitglied der DFU, der Subversiven Aktion, des SDS und der Kommune Wien
  • Heute: Himmelt Carl Schmitt an und findet Demokratie voll schlimm totalitär

Reinhold Oberlercher (Pädagoge)

  • Damals: Mitglied des SDS
  • Heute: Hat für seine Weltanschauung die Bezeichnung „Nationalmarxismus“ erfunden

Bernd Rabehl (Soziologe)

  • Damals: Mitglied der Subversiven Aktion und des SDS, Mitstreiter Dutschkes
  • Heute: Faselt überall, wo er nur kann, von der Notwendigkeit des Nationalismus und der Gefahr der Überfremdung

Klaus Rainer Röhl (Publizist)

  • Damals: konkret-Herausgeber, Mitglied der illegalen KPD
  • Heute: Findet den Begriff „Befreiung“ für den 8. Mai 1945 jetzt echt mal unangemessen

Otto Schily (Politiker)

  • Damals: RAF-Verteidiger, Mitgründer des Republikanischen Anwältinnen- und Anwältevereins
  • Heute: Fordert für seinen alten Kumpel Horst Mahler, dass Holocaustleugnung nicht mehr mit langjähriger Haft bestraft werden sollte

Gerd Schröder (Lobbyist)

  • Damals: Juso, Mitgründer des Republikanischen Anwältinnen- und Anwältevereins
  • Heute: Erst „Bild, BamS und Glotze“-Kanzler, dann Gazprom-Aktionärsvorsitzender und Putinversteher

Zugegeben, die Auswahl ist nicht ganz repräsentativ. Aber wäre ich ein sogenannter besorgter Bürger, ich würde nach dem Lesen dieser Liste auf den Tisch hauen, dass die Mettbrötchen einen Sprung machen, und ausrufen: „Die ’68er an die Macht!“

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